Bava Metzia 156

Kapitel 156

א נקרא גזלן
1 heißeRäuber. –
ב הי רבי מאיר אילימא ר"מ דצבע דתנן הנותן צמר לצבע לצבוע לו אדום וצבעו שחור שחור וצבעו אדום רבי מאיר אומר נותן לו דמי צמרו
2 Welche Lehre R. Meírs ist hier gemeint: wollte man sagen, die Lehre R. Meírs vom Färber, denn wir haben gelernt: Wenn jemand einem Färber Wolle gegeben hat, sie ihm rot zu färben, und er sie schwarz gefärbt hat, schwarz zu färben, und er sie rot gefärbt hat, so muß er ihm, wie R. Meír sagt, den Wert seiner Wolle ersetzen;
ג ר' יהודה אומר אם השבח יתר על היציאה נותן לו את היציאה ואם היציאה יתירה על השבח נותן לו את השבח
3 R. Jehuda sagt, beträgt der Mehrwert mehr als die Auslagen, so bezahle er ihm nur die Auslagen, und betragen die Auslagen mehr als der Mehrwert, so bezahle er ihm nur den Mehrwert.
ד ממאי דלמא שאני התם דקניא בשינוי מעשה
4 Dagegen ist aber einzuwenden: vielleicht ist es hierbei anders, weil er [die Wolle] durch die Änderunggeeignet hat!? –
ה אלא הא רבי מאיר דמגבת פורים דתניא מגבת פורים לפורים מגבת העיר לאותה העיר ואין מדקדקין בדבר אבל לוקחין את העגלים ושוחטין ואוכלים אותן והמותר יפול לכיס של צדקה
5 Vielmehr, die Lehre R. Meírs von der Purimkollekte, denn es wird gelehrt: Die Kollekte des Purimfestesmuß für [die Armen am] Purimfeste verwandt werden; die Kollekte der Stadt muß für diese Stadt verwandt werden. Man darf hierbei nicht knausern, vielmehr kaufe manKälber, schlachte und esse sie, und was übrigbleibt, kommt in die Almosenbüchse.
ו רבי אליעזר אומר מגבת פורים לפורים ואין העני רשאי ליקח מהן רצועה לסנדלו אלא אם כן התנה במעמד אנשי העיר דברי רבי יעקב שאמר משום ר"מ ורשב"ג מיקל
6 R. Elie͑zer sagte: Die Purimkollekte darf nur für [das Festmahl am] Purimfeste verwandt werden; der Arme darf dafür nicht einmal einen Senkel für seine Sandale kaufen, es sei denn, daß er sich dies in Gegenwart der Stadtleute ausbedungen hat – so R. Ja͑qob, der es im Namen R. Meírs sagte. R. Šimo͑n b. Gamliél ist erleichternd. –
ז דלמא התם נמי דאדעתא דפורים הוא דיהיב ליה אדעתא דמידי אחרינא לא יהיב ליה
7 Vielleicht auch hierbei nur aus dem Grunde, weil man es ihm nur für das [Festmahl am] Purimfeste gegeben hat, nicht aber für etwas anderes. –
ח אלא הא ר' מאיר דתניא רבי שמעון בן אלעזר אומר משום ר"מ הנותן דינר לעני ליקח לו חלוק לא יקח בו טלית טלית לא יקח בו חלוק מפני שמעביר על דעתו של בעל הבית
8 Vielmehr, es ist folgende Lehre R. Meírs: R. Šimo͑n b. Elea͑zar sagte im Namen R. Meírs: Wenn jemand einem Armen einen Denar gegeben hat, um dafür ein Hemd zu kaufen, so darf er dafür kein Obergewand kaufen, um ein Obergewand zu kaufen, so darf er dafür kein Hemd kaufen, weil er den Willen des Hausherrn übertritt. –
ט ודלמא שאני התם דאתו למיחשדיה דאמרי אינשי אמר פלניא זבנינא ליה לבושא לפלוני עניא ולא זבן ליה אי נמי זבנינא ליה גלימא ולא זבן ליה
9 Vielleicht ist es auch hierbei anders, weil man [den Spender] dadurch verdächtigen könnte, denn die Leute würden sagen: dieser sagt, er habe jenem Armen ein Kleidungsstück gekauft, er hat ihm aber keines gekauft, oder: er habe ihm ein Obergewand gekauft, er hat ihm aber keines gekauft!? –
י אם כן ליתני מפני החשד מאי מפני שמעביר על דעתו של בעל הבית שמע מינה משום דשני הוא וכל המעביר על דעת של בעל הבית נקרא גזלן
10 Wenn dem so wäre, so sollte er doch begründen: wegen der Verdächtigung, wenn es aber heißt: weil er den Willen des Hausherrn übertritt, so ist dies wegen der Änderung [verboten], denn wer den Willen des Hausherrn übertritt, heißt ein Räuber.
יא השוכר את החמור והבריקה מאי והבריקה הכא תרגימו נהוריתא רבא אמר אבזקת
11 W<small>ENN JEMAND EINEN</small> E<small>SEL GEMIETET HAT UND ER ERBLINDET.</small> Was heißt erblindet? Hier erklärten sie: Star. Raba erklärte: Mottenkrankheit.
יב ההוא דאמר להו אבזקת במילתא דמלכא אמרו ליה במאי בטלי כסף או בטלי דהב איכא דאמרי בטלי כסף אמר וקטלוה איכא דאמרי בטלי דהב אמר ושבקוה
12 Einst erzählte jemand, er habe Motten in den königlichen Gewändern gesehen. Man fragte ihn: In welchen, in den silbernenoder in den goldenen? Manche erzählen, er habe in den silbernen gesagt, und man töteteihn; und manche erzählen, er habe in den goldenen gesagt, und man ließ ihn frei.
יג או שנעשית אנגריא אומר לו הרי שלך לפניך אמר רב לא שנו אלא באנגריא חוזרת אבל אנגריא שאינה חוזרת חייב להעמיד לו חמור
13 O<small>DER ZUR</small> F<small>RONARBEIT GENOMMEN WIRD, SO KANN ER ZU IHM SAGEN: DA HAST DU DEINES.</small> Rabh sagte: Dies lehrten sie nur von dem Falle, wenn er nach der Fronarbeit zurückgegeben wird, wenn er aber nicht zurückgegeben wird, so muß er ihm einen anderen Esel stellen.
יד ושמואל אמר בין אנגריא חוזרת בין אנגריא שאינה חוזרת אם בדרך הליכה ניטלה אומר לו הרי שלך לפניך ואם לאו בדרך הליכתה ניטלה חייב להעמיד לו חמור
14 Šemuél sagte: Einerlei ob er nach der Fronarbeit zurückgegeben wird oder nicht; wenn in der Reiserichtung, so kann er zu ihm sagen, da hast du deines, wenn nicht in der Reiserichtung, so muß er ihm einen anderen Esel stellen.
טו מיתיבי השוכר את החמור והבריקה או שנשתטתה אומר לו הרי שלך לפניך מתה או שנעשית אנגריא חייב להעמיד לו חמור
15 Man wandte ein: Wenn jemand einen Esel gemietet hat und er erblindet oder toll wird, so kann er zu ihm sagen: da hast du deines; verendet er oder wird er zur Fronarbeit genommen, so muß er ihm einen anderen Esel stellen.
טז בשלמא לרב לא קשיא כאן באנגריא חוזרת כאן באנגריא שאינה חוזרת אלא לשמואל קשיא
16 Allerdings ist dies nach Rabh kein Widerspruch, denn eines gilt von dem Falle, wenn er nach der Fronarbeit zurückgegeben wird, und eines von dem Falle, wenn er nicht zurückgegeben wird, nach Šemuél aber besteht ja ein Widerspruch!?
יז וכ"ת לשמואל נמי לא קשיא כאן שבדרך הליכתה ניטלה כאן שלא בדרך הליכתה ניטלה
17 Wolltest du erwidern, nach Šemuél bestehe ebenfalls kein Widerspruch, denn eines gelte von dem Falle, wenn in der Reiserichtung, und eines von dem Falle, wenn nicht in der Reiserichtung,
יח הא מדקתני סיפא רבי שמעון בן אלעזר אומר אם בדרך הליכתה ניטלה אומר לו הרי שלך לפניך ואם לאו חייב להעמיד לו חמור מכלל דלתנא קמא לא שאני ליה
18 so heißt es ja im Schlußsatze: R. Šimo͑n b. Elea͑zar sagt: wenn in der Reiserichtung, so kann er zu ihm sagen: da hast du deines, wenn aber nicht, so muß er ihm einen anderen Esel stellen. Demnach gibt es ja nach dem ersten Autor keinen Unterschied!? –
יט אמר לך שמואל לאו מי איכא רבי שמעון בן אלעזר דקאי כוותי אנא דאמרי כרבי שמעון בן אלעזר איבעית אימא כולה רבי שמעון בן אלעזר היא וחסורי מיחסרא והכי קתני השוכר את החמור והבריקה או נשתטית אומר לו הרי שלך לפניך מתה או שנעשית אנגריא חייב להעמיד לו חמור במה דברים אמורים שלא בדרך הליכתה ניטלה אבל ניטלה בדרך הליכתה אומר לו הרי שלך לפניך
19 Šemuél kann dir erwidern: Da ist ja R.Šimo͑n b. Elea͑zar, der mit übereinstimmt, ich bin der Ansicht des R. Šimo͑n b. Elea͑zar. Wenn du aber willst, sage ich die ganze Lehre ist nach R. Šimo͑n b. Elea͑zar, und zwar ist sie lückenhaft und muß wie folgt lauten: Wenn jemand einen Esel gemietet hat und er erblindet oder toll wird, so kann er zu ihm sagen: da hast du deines; verendet er oder wird er zur Fronarbeit genommen, so muß er ihm einen anderen Esel stellen. Dies nur in dem Falle, wenn nicht in der Reiserichtung, wenn aber in der Reiserichtung, so kann er zu ihm sagen: da hast du deines –